HRM2 & Gemeindestrategie: Chance nutzen!

(mae) Kennen Sie die 10 Leitideen unserer Gemeinde? Sie sind auf hildisrieden.ch nachzulesen und stammen ursprünglich aus dem Jahr 2008. Mit der Einführung des harmonisierten Rechnungslegungsmodells (HRM2) und der damit verbundenen Erarbeitung einer Gemeindestrategie bietet sich die Chance, diese Leitideen komplett zu überarbeiten, zu ergänzen und in der Bevölkerung breit abzustützen. Nebst der CVP würden sich sicher viele weitere Hildisriederinnen und Hildisrieder gerne einbringen.

Die Leitideen wurden im Jahr 2013 leicht überarbeitet und ergänzt. Ob sie heute noch «aktuell» sind und von der Bevölkerung getragen werden? Unbekannt. Sie sind zwar öffentlich und im Panorama erschienen, aber wirklich dazu geäussert haben sich die Einwohner Hildisriedens seither nie. Dies liesse sich im Rahmen der HRM2-Einführung ändern.

Nicht nur AFP

Wie der Gemeinderat im April-Panorama mitgeteilt hat, ändert sich mit der Einführung von HRM2 unter anderem der Budget- und Rechnungsprozess. Der neue Aufgaben- und Finanzplan (AFP) ersetzt die bisherigen detaillierten und seitenlangen Tabellen aus der «Buchhaltung» (welche für die Botschaften vom Gemeinderat freundlicherweise zusammengefasst und mit Grafiken aufbereitet wurden). Darin enthalten sind aber zusätzlich der politische Auftrag, Massnahmen, Projekte, die Erfolgs- und Investitionsrechnung, usw. für jeden der sechs Aufgabenbereiche (Präsidiales & Kultur, Sicherheit, Bildung, Gesundheit & Soziales, Raumplanung/Verkehr/Umwelt/Energie, Finanzen & Steuern).

Gemeindestrategie als Grundlage

Doch nicht nur der AFP ist ein zentrales und wichtiges Instrument, sondern auch die Gemeindestrategie und das Legislaturprogramm sind es. Wenn nicht sogar noch wichtiger – schliesslich sollte der AFP ja eigentlich das Ergebnis sein aus der Strategieumsetzung und dabei die weitere Detailplanung aufzeigen (siehe Grafik).

Zwar konnten wir bisher aus dem Jahresprogramm des Gemeinderates entnehmen, was er sich für das kommende Jahr vorgenommen hat. Aber eigentlich sollte Kommunikation der politischen Planung nicht nur von Jahr zu Jahr erfolgen, sondern einer langfristigen Strategie folgen. Durch das Herunterbrechen der Strategie in Legislaturziele leitet sich die konkrete politische Agenda ab – aus der sich wiederum Massnahmen und Projekte ergeben und an der sich Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie die weitere Öffentlichkeit orientieren kann.

Kein Papiertiger

Der letzte Punkt wird wohl der schwierigste sein. Der Gemeindestrategie sollte es nicht so ergehen, wie den Leitideen: Einmal aufgeschrieben, nach 5 Jahren leicht angepasst und ergänzt, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden. Sie muss das zentrale Element sein, an dem sich das Handeln der Gemeinde orientiert. Sie muss immer wieder sichtbar werden, damit sich die Bevölkerung mit ihr identifizieren kann. Dazu gehört auch, dass sie regelmässig überprüft und wenn nötig sogar angepasst wird. Und zwar «gemeinsam» und auch nicht erst nach 10 Jahren. Für all das sieht HRM2 ebenfalls Möglichkeiten vor.

Auslegeordnung nötig

Bevor man sich Gedanken zur Zukunft macht, sollte einem die Vergangenheit und damit auch die Ausgangslage klar sein. Wie stellt sich erstens die aktuelle Situation innerhalb der Gemeinde dar, bezogen auf die verschiedensten Bereiche wie z.B. Finanzen, Schule, Ortsplanung, Gesundheitsversorgung, Freizeitangebote, … (die Liste liesse sich beliebig verlängern)? Zweitens: Mit wem arbeitet Hildisrieden zusammen und welche Interessen verfolgt unsere Gemeinde damit (Stichworte Eigenständigkeit, Schule/Verwaltung, ROSE, KESB, GALL, etc.). Welche Projekte wurden bereits gestartet und wie weit sind sie fortgeschritten, z.B. Vereinsförderung, Lebensturm, Dorfzone, Wasserversorgung, usw? Wir als CVP Hildisrieden unterstützen eine solche Auslegeordnung.

Bevölkerung beteiligen

Wenn es danach darum geht, daraus eine Gemeindestrategie zu entwickeln, sollte sich die Bevölkerung daran beteiligen können. Welche Themen beschäftigen uns, wo setzen wir Schwerpunkte? Welche Ziele verfolgen wir als Gemeinde bezüglich Einwohnerzahl, Schulsituation, Steuerfuss, Verkehrssituation, Wohnen oder anderer Bereiche? Die Möglichkeiten zur Mitwirkung reichen von Umfragen, über Arbeitsgruppen bis hin zu Versammlungen. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Was aus unserer Sicht aber nicht reicht, ist eine «zur Kenntnisnahme» an der Gemeindeversammlung.

Chance nutzen Die Gemeinde Hildisrieden sollte die Chance nutzen, mit der Situation um die Einführung von HRM2 eine breit abgestützte Gemeindestrategie zu erarbeiten, indem der Gemeinderat gewisse Vorarbeit leistet und die Bevölkerung am Prozess beteiligt. Danach hat unsere Gemeinde ein wunderbares Instrument in der Hand, an dem sich das politische Handeln und das Leben in Hildisrieden orientiert und sich weiterentwickeln kann. Wir als CVP – und mit uns bestimmt auch viele andere – wollen die «besten Aussichten» mitgestalten!

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