Hildisrieden ist attraktiv. Warum eigentlich?

Die Bauherrschaften und Vermieter in Hildisrieden scheinen keine Probleme zu haben, ihre Wohnungen und Häuser an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Es gibt bei uns momentan kaum leere Wohnungen. Die erstellten Wohneinheiten z.B. im Rigiblick oder im Sonnhaldehof sind bezogen, es folgen bald das neue Dorfzentrum und die Sandmatte. Was gefällt so an Hildisrieden?

mae. Rückblende: Wie jedes Jahr hat die Weltwoche auch im letzten Jahr ihr Gemeinderating veröffentlicht. Hildisrieden belegte darin den 30. Platz schweizweit und sogar den dritten Rang im Kanton Luzern, hinter Schenkon und Meggen. Hildisrieden wurde zum ersten Mal bewertet, weil nur Gemeinden mit mindestens 2‘000 Einwohner berücksichtigt werden. Auch in den Gemeindenachrichten war davon zu lesen.

Abgerutscht auf Rang 147

Dieses Jahr sieht alles ganz anders aus. Hildisrieden ist im Gesamtranking abgerutscht auf Rang 147, im Kanton Luzern liegen wir noch auf Rang 9 von 50. In der separaten Themenrangliste zur Steuerbelastung wurden wir nach hinten durchgereicht, dasselbe bei der Sozialstruktur. Wie kann das sein? Weder haben wir die Steuern erhöht noch hat sich unsere Bevölkerungsstruktur (Bildungsniveau, Führungspositionen, steuerbares Einkommen) derart massiv verändert. Wir dürfen also erstmal beruhigt davon ausgehen, dass wir uns nicht verschlechtert haben, sondern die anderen verbessert. Hinzu kommt ein weiterer gewichtiger Umstand: Die Datenbasis wurde von 20 auf 40 Einzelkriterien aus neun Themenkreisen erweitert, um laut Weltwoche „die Attraktivität einer Gemeinde noch besser ab(zu)bilden“. Wirtschaftliche Kriterien träten mehr in den Hintergrund, Faktoren, welche die unmittelbare Lebensqualität erfassen, bekämen mehr Gewicht.

Was wirklich zählt

Wie dem auch sei: Das neue Ergebnis scheint mehr ein Zufallsergebnis zu sein, als die Realität abzubilden. Schraubt man an einem Rädchen oder Gewichtet das eine Kriterium ein wenig anders, verändert sich das Ergebnis um Welten. „Nein, die Steuern waren überhaupt kein Kriterium“, sagt Stephan Müller-Haefele, der 2012 mit seiner Familie aus der Stadt Luzern nach Hildisrieden gezogen ist. Aber was sind dann die Gründe? „Es gibt nicht einen einzelnen Grund, der den Ausschlag gegeben hat.“ Der Pendler hat den Bus praktisch vor der Tür. Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, ist innerhalb von fünf Minuten auf der Autobahn. Das Schulhaus ist mitten im Dorf, wir haben gute Einkaufsmöglichkeiten, viele kulturelle Anlässe und ein breites Sportangebot.

Von Land in die Stadt und zurück Der klassische Weg – mit jungen Jahren in die Stadt, mit Familie aufs Land – ist weit verbreitet und ist auch der Weg von Stephan Müller. Auch viele junge Hildisrieder/-innen verlassen unsere Gemeinde, sei es wegen Studium oder Arbeitsort. Im Gegenzug dürfen wir viele Familien oder junge Paare in Hildisrieden willkommen heissen. Für viele Vereine ist es wichtig, dass sich weiterhin Mitglieder von Jung bis Alt bei ihnen engagieren. Das sieht auch Stephan Müller so: „Die Preise zum Wohnen sind auch in Hildisrieden in den letzten Jahren enorm gestiegen, wir müssen schauen dass sich das auch ‚normale‘ Leute noch leisten können“. Es braucht Platz für alle: Jene die hierher kommen wollen, aber auch für jene, die hier bleiben wollen.

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